Wirtschaftsmediation

Wirtschaftsmediation

Konflikte in der Arbeitswelt

Professionelle Vermittler werden immer häufiger zur Lösung von Konflikten in der Arbeitswelt gerufen. Die Niederlande und Österreich sind Vorreiter bei der Mediation in der Arbeitswelt.

Dabei geht es auch um Teamkonflikte. Aber nicht nur Auseinandersetzungen auf der Arbeitsebene, sondern auch hierarchische Konflikte können Mediatoren mit ihrer speziellen Ausbildung lösen. Grundvoraussetzung ist die Freiwilligkeit der Teilnehmer, die ihre Konflikte in Selbstverantwortung lösen sollen. Der Medioator steuert das Verfahren und mischt sich nicht in die Inhalte der Auseinandersetzung ein. Die Konfliktteilnehmer werden in ihrer hohen Kompetenz zur Sache so motiviert, dass sie zu einer Lösung kommen, die sie gemeinsam tragen können.
Grenzen der Mediation

Es gibt Situationen, wo die Mediation nichts bringt. Das ist vor allem dann der Fall, wenn es stark eskalierende Momente gibt, oder wenn Gewalt im Spiel ist. Wobei Vorgespräche des Mediators auch da Wege zur Mediation und damit zur Kommunikation eröffnen können.
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Harvard-Konzept

Hier liegt oft der Schwerpunkt auf Inhalte und Sachproblemen. Konflikte mit Lieferanten, Kunden , Banken oder Behörden lassen sich nicht vermeiden. Es ist naheliegend ganz sachlich die Probleme zu behandeln. Müssen die Konflikte aber wirklich alle bei Gericht ausgetragen werden? Konflikte müssen nicht als ein Versagen gewertet werden, sondern können als Chance für neue Möglichkeiten gewertet werden.

Im so genannten Harvard-Konzept wird der ein verhandlungs- und lösungsorientierte Ansatz in der Mediation beschritten. Er basiert auf dem ökonomischen Verhaltensmodell der Wirtschafts- und Politikwissenschaft zur Analyse und Erklärungen von Verhandlungen. Hinter den Streitpositionen liegen Interessen der Konfliktparteien, die herausgearbeitet werden und möglicherweise zu einer Win-Win- Lösung führen. Der Konflikt soll durch sachliche Verhandlungen so rational wie möglich durch objektive Bewertungen gelöst werden. Emotionen und tiefer liegende menschliche Bedürfnisse werden in diesem Prozess eher als störend gesehen.
Transformationsansatz

Im Transformationsansatz sollen die Konfliktparteien befähigt werden (Empowerment) eigene Interessen und Bedürfnisse zu formulieren und füreinander Verständnis entwickeln. Durch die gewonnene Selbsterkenntnis findet eine Erweiterung der verengten Denk- und Lösungsansätze statt. Ängste und Abwehrmechanismen werden überwunden. Es kommt zu einer Veränderung und Neubewertung der Interessen. Durch die über den Mediator eingebrachte Wertschätzung eines jeden Einzelnen (Recognition) wird eine jede Sichtweise als wertvoll und wichtig anerkannt. Dieser Ansatz , von den Konfliktteilnehmern übernommen, wirkt wie ein kleines Wunder. Es entsteht eine gewisse Begeisterung und Motivation Lösungsansätze aus den eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Die Konflikt-teilnehmer lernen ihr Konfliktverhalten bei zukünftigen Konflikten zu verändern. Es findet mit dem Transformationsansatz ein sozialer Lernprozess statt.

Auf dem ersten Blick scheint der Transformationsansatz nur zur Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen sinnvoll zu sein. Auch bei klaren Sachkonflikten spielen zwischenmenschliche Empfindungen eine wesentliche Rolle. Gerade bei fehlender Lösungsperspektive und verhärteten Fronten können etwas unkonventionelle Kreativitätstechniken wieder eine arbeitsfähige Beziehung herstellen.

Auch wenn es bei so manchen Konflikten nur um ein Aushandeln von Regelungen geht, so spielt die Beziehung der Personen zueinander für den Lösungsansatz und für die weitere Entwicklung eine wesentliche Rolle. Hinter jeder Geldforderung stehen Interessen. In meinem Mediationsverfahren ist das Hervard- Konzept und der Transformationsansatz fest integriert. Beide Ansätze ergänzen sich und lassen eine Entwicklung entstehen die Zukunft aufbaut.

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